Dumont, Cedric (1916–2007)


Komponist, Dirigent

Porträt von Cedric Dumont

Signatur: Mus NL 142

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Briefe, Tonträger, Bildmaterial, Filmmaterial, Varia. - 2.9 m.
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Cedric Dumont wurde am 24. Juli 1916 als Sohn des schweizerischen Botschafters in Hamburg geboren. Die Familie entstammt einem Berner Geschlecht, Cedric Dumonts voller Name lautet Charles Frédéric Cedric Dumont-dit-Voitel. Bereits während der Gymnasialzeit in Hamburg schrieb Dumont Arrangements für Teddy Stauffer und andere Kapellen. Anfangs der 1930er Jahre gewann er ein internationales Preisausschreiben für Arrangement und kam so in Kontakt mit berühmten Musikern der Zeit, etwa mit Jack Hylton oder Benny Goodman, mit dessen Band er als Pianist später auch eine USA-Tournee bestritt.
Dumont wählte auf Anraten seines Vaters die Musikerlaufbahn und studierte zunächst am Konservatorium Zürich bei Volkmar Andreae (Dirigieren), Paul Müller (Komposition), Walter Frey (Klavier) und Fritz Reitz (Violoncello). Zu den weiteren Lehrern und Mentoren zählen nebst den bereits erwähnten Hylton und Goodman auch Bruno Walter und Erich Wolfgang Korngold.
Nach dem Studium arbeitete Dumont u. a. als Arrangeur für Filmmusik in Hollywood und später, nach seiner Rückkehr in die Schweiz, als Schallplattenproduzent in Zürich für die Firma Jecklin, damals Generalvertreterin von Columbia Records. Nach Kriegsausbruch leistete er fast drei Jahre Militärdienst. In dieser Zeit wirkte er als musikalischer Leiter des Soldatencabarets "Zeigerkelle" und von 1942 bis 1946 des "Cabaret Cornichon".
1946 erfolgte die Gründung des "Unterhaltungsorchesters Cedric Dumont", dessen Leitung Dumont bis 1966 innehatte; sein Nachfolger wurde Hans Moeckel. Von 1966 bis zu seiner Pensionierung 1980 bekleidete Dumont mehrere leitende Funktionen bei Radio und Fernsehen DRS. Daneben wirkte er in ganz Europa und in den USA als Gastdirigent zahlreicher Orchester, vorwiegend in Programmen mit ernster Musik. Dazu kamen u.a. Mitgliedschaften in der Musikkommission der Stadt Zürich sowie im Vorstand der SUISA.
Ab den frühen 1980er Jahren widmete sich Cedric Dumont zudem dem Verfassen von Kochbüchern und Weinführern.

Durch die tägliche Radiopräsenz des "Unterhaltungsorchesters Cedric Dumont" (ab 1961 "Unterhaltungsorchester Beromünster") erreichte und prägte Cedric Dumont die deutschschweizerische Bevölkerung in einem Mass, wie es bis dahin nicht möglich gewesen war. Das Repertoire erstreckte sich dabei von bekannteren Ausschnitten aus Barock, Klassik und Romantik bis zu Schlagerarrangements und Eigenkompositionen. Verstärkt wurde diese Popularität durch die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Lys Assia, Caterina Valente, Gilbert Bécaud oder Vico Torriani.

Das kompositorische Schaffen Dumonts umfasst viele Gattungen: dramatische Musik (Musicals), Vokalmusik (Schlager), Kompositionen für Ländlerkapellen, Musik für Werbung sowie Kompositionen und Bearbeitungen für das "Unterhaltungsorchester Cedric Dumont". Eine Besonderheit bildet Dumonts Spiel mit Pseudonymen (Charles Vanberg, Carlos Dalmonte, Fritz Vomberg, Charles O Mauna, Vitus Ambord, Frederic Charles, Scharli ab dr Mockewies), das seine kompositorische und künstlerische Bandbreite widerspiegeln soll.

Am 24. Mai 2007 ist Cedric Dumont in Küsnacht gestorben.