Conrad, Max (1872–1963)


Komponist, Dirigent

Porträt von Max Conrad

Signatur: Mus NL 43

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Varia. - 0.8 m.
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Max Conrad (geb. 11. August 1872 in Berlin) studierte Musik am Luisen-Konservatorium in Berlin (G.A. Papendick, Klavier; L. Bussler, Theologie). Nach Abschluss seiner Studien wurde er Mitglied des königlichen Domchors, später wirkte er als Klavierlehrer und Konzertbegleiter. 1894 verliess er Berlin, um sich dem Beruf eines Theaterkapellmeisters zuzuwenden. Nach mehreren Engagements als Dirigent in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, trat er 1900 in den Verband des Stadttheaters Zürich ein, wo er seit Kempters Tod als koordinierter erster Kapellmeister bis zu seiner Pensionierung 1937 tätig war. Nebenbei unterrichtete er auch einige Jahre am Bühnen-Studio sowie an der Musikakademie Zürich (Opernstudium).

Nach der ersten Aufführung des Parsifal nach Ablauf der Schutzfrist unter Lothar Kempter (13. April 1913) dirigierte Conrad die Festvorstellung des Werks anlässlich des 100. Geburtstags Richard Wagners am 22. Mai 1913. Es folgten zahlreiche Wiederholungen. 1914 leitete er die Festvorstellung von Glucks Orpheus und Eurydike zur Einweihung der neuen Universität Zürich, 1917 Arlecchino von Busoni, 1920 Der Schatzgräber von Franz Schreker, 1922 Ritter Blaubart von E. v. Reznicek, 1924 Der arme Heinrich von Hans Pfitzner, 1925 Der Dämon von Paul Hindemith und die Josephslegende von Richard Strauss, 1928 die Schweizer Erstaufführung von Verdis Forza del destino, im gleichen Jahr Petruschka von Strawinsky, 1930 Jenufa von Janácek, 1933 Turandot von Puccini. Von Schweizer Komponisten brachte er zur Aufführung: Sein Vermächtnis von Hans Jelmoli (1904), Les Armaillis von Gustave Doret (1910), La Nuit des Quatre-Temps von René Morax und Gustave Doret (Uraufführung 1912), Judith (1927), Amphion (1929) und Antigone (1934) von Arthur Honegger, Penthesilea von Othmar Schoeck (Uraufführung der zweiten Fassung, 1928), Der Fächer von E. Kunz (1929). 1928 wurde Conrad Zürcher Bürger. 1960 wurde er zum Ehrenmitglied des Stadttheaters Zürich ernannt.

Max Conrad starb am 5. Juli 1963 in Zürich.

 

Quelle:

Schuh, Willi (Hrsg.), Schweizer Musiker-Lexikon 1964, Zürich 1964