Cairati, Giuseppe, Alfredo und Cornelio Giuseppe (1845–1915, 1874–1945, 1909–1991)


Musiker, Komponisten

Porträt von Cornelio Giuseppe Cairati

Signatur: Mus NL 119

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Bildmaterial, Varia. - 4.5 m.
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Cornelio Giuseppe Cairati (1909-1991) repräsentiert die dritte Generation der Musikerdynastie Cairati.
Sein Grossvater Giuseppe Cairati (1845-1915) ) lebte und wirkte in Mailand als Oboist und Gesangslehrer und war von 1881 bis 1897 Chorleiter an der Scala.

Der Vater Alfredo Cairati (1875-1960) studierte von 1884 bis 1894 in Mailand Klavier und Dirigieren bei Carlo Andreoli und Giuseppe Frugatta und Komposition bei Giuseppe Bazzini. Es folgten Kompositionsstudien in München bei Joseph Rheinberger. Nach einem Engagement als Kapellmeister in Mailand und einer Konzertreise als Pianist liess sich Alfredo Cairati in Berlin nieder und wirkte von 1908 bis 1916 als Gesangslehrer am Sternschen Konservatorium. 1916 zog er mit seiner Familie nach Zürich, gründete die Accademia di Canto und wirkte als Musikpädagoge und Komponist. 1922 übernahm er eine Stelle als Gesangslehrer und Chorleiter an der Hochschule für Musik in Stuttgart, wo er 1925 den Musikverlag Edition Euterpe ins Leben rief.

Cornelio Giuseppe Cairati (1909-1991) studierte zunächst am Mailänder Konservatorium Violine (1921-1927), anschliessend am Zürcher Konservatorium Dirigieren und Komposition bei Volkmar Andreae sowie Kontrapunkt bei Paul Müller-Zürich. Während der Zürcher Studienzeit erhielt er zudem Gesangsunterricht bei seinem Vater. Weitere Studien führten ihn schliesslich zu Zino Franceschatti (Violine), Bernardino Molinari (Chorleitung) und Felix Weingartner (Dirigieren).
Neben seiner Konzerttätigkeit als Violinist machte sich Cornelio Giuseppe Cairati besonders als Solist auf der Viola d'amore einen Namen. In Zürich übernahm er neben seinem Vater die Leitung der Accademia di Canto, leitete den dazugehörenden Madrigalchor (Camerata dei Madrigalisti) und gründete 1936 zusätzlich zur Sologesangsklasse eine Chorgesangsklasse. 1956 übernahm er die Gesamtleitung der Accademia di Canto und brachte während der folgenden gut 30 Jahre zahlreiche italienische Werke vor allem des 17. und 18. Jh. zur Aufführung.