Fritz Brun (1878–1959)


Komponist, Dirigent

Porträt von Fritz Brun

Signatur: Mus NL 87

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Tonträger, Bildmaterial, Varia. - 3.7 m.
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Fritz Brun wurde am 18. August 1878 in Luzern geboren. Er war Klavierschüler von Franz Joseph Breitenbach, Willem Mengelberg und Peter Fassbaender. Von 1897 bis 1901 studierte er am Kölner Konservatorium bei Franz Wüllner (Komposition) und Max van de Sandt (Klavier). Es folgten zwei halbjährige Studienaufenthalte in Berlin, wo er Ferruccio Busoni und Arthur Nikisch traf, und in London.

Von 1902 bis 1903 war er als Klavier- und Theorielehrer am Konservatorium Dortmund tätig. Ab 1903 wirkte er als Klavierlehrer an der Musikschule Bern. 1906, ebenfalls in Bern, übernahm er als Nachfolger von Karl Munzinger die Leitung des Cäcilienvereins und der Liedertafel sowie 1909 der Sinfoniekonzerte der Berner Musikgesellschaft. 1920 wurde er für sein Wirken in Bern mit dem Ehrendoktor der Universität ausgezeichnet. 1941, nach dem Rücktritt von seinen Ämtern, liess er sich in Morcote am Luganersee nieder und widmete sich ganz dem Komponieren. Für sein künstlerisches Schaffen erhielt er 1954 den Preis des Schweizerischen Tonkünstlervereins und 1958 den Luzerner Kunstpreis.

Fritz Brun starb am 29. November 1959 in Grosshöchstetten (Kanton Bern).

Fritz Brun gehörte zusammen mit Othmar Schoeck, Volkmar Andreae und Hermann Suter zu den prägenden Persönlichkeiten des Schweizer Musiklebens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er gilt als der Schweizer Sinfoniker schlechthin. Seine zehn Sinfonien, die über die gesamte Schaffenszeit hinweg entstanden sind, stehen in der Tradition von Bruckner und Brahms. Zu seinen Lebzeiten erfuhren seine Werke durch Dirigenten wie Volkmar Andreae, Hermann Scherchen und Luc Balmer zahlreiche Aufführungen, doch nach dem Tod geriet er weitgehend in Vergessenheit.

 

Literatur:

Cherbuliez, Antoine-Elisée, "Fritz Brun", Wissen und Leben, 15. Sept. 1928, H. 20
Die Musik in Geschichte und Gegenwart, 2., neubearb. Ausg., Kassel 1994–2008
Kleine Festgabe für Fritz Brun zu seinem Abschied von Bern im Juni 1941, Bern 1941
Mieg, Peter, 40 Schweizer Komponisten der Gegenwart, hrsg. vom Schweizerischen Tonkünstlerverein, Amriswil 1956
The new Grove dictionary of music and musicians, 2nd ed., New York 2001

 

Siehe auch Paul Sacher Stiftung Basel