Robert Bosshart (1899–1937)


Komponist, Schriftsteller, Regisseur

Porträt von Robert Bosshart

Signatur: Mus NL 12

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Bildmaterial, Varia. - 2.2 m.
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Robert Bosshart wurde am 1. Februar 1899 in Zürich geboren, wo er später Germanistik und Philosophie studierte. Seine ersten Gedichtbände erschienen 1919. Zunächst arbeitete er als Lehrer, dann ging er nach Dresden, um bei Kurt Striegler Komposition zu studieren. Strieglers Oper Dagmar zu einem Libretto Bossharts wurde 1927 an der Dresdner Staatsoper uraufgeführt. Von 1926 bis 1929 war Bosshart an der Dresdner Staatsoper als Dirigent, Regisseur und Dramaturg tätig. Seine ersten Kompositionen erschienen um diese Zeit bei Max Brockhaus. 1929 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er als freischaffender Komponist und Schriftsteller in Lugano lebte. 1932 heiratete er die Sopranistin Elisabeth Rothwell, die Witwe von Walter Rothwell, dem ehemaligen Dirigenten des Los Angeles Philharmonic Orchestra.

Als Komponist widmete sich Bosshart fast ausschliesslich der Vokalmusik und hat viele eigene Texte vertont. Seine Lieder sind z.T. von hoher Qualität, seine Opern (die nie aufgeführt worden sind) blieben jedoch inhaltlich und musikalisch dem Wagnerschen Erbe stark verpflichtet. Bosshart war in jeder Hinsicht ein begeisterter Wagner-Anhänger. Sogar seine Handschrift war jener von Wagner nachgeahmt. Auch war Bosshart deutschnational eingestellt und keineswegs frei von Antisemitismus.

Robert Bosshart starb nach langer Krankheit am 21. April 1937 in Lugano.