Walter Baumgartner (1904–1997)


Komponist

Porträt von Walter Baumgartner

Signatur: Mus NL 55

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Briefe, Tonträger, Bildmaterial. - 7.2 m.
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Walter Baumgartner wurde am 16.11.1904 in Sevelen geboren. Er besuchte die Handelsschule, studierte in Zürich und an der Pariser Sorbonne und erwarb sich das Primar- und Sekundarlehrerpatent. Während seinen Studienjahren wurde die Leichathletik zu einem Steckenpferd; er vertrat sogar die Schweiz an den Hochschul-Europameisterschaften in Rom. Anschliessend folgte ein Musikstudium am Konservatorium in Zürich.

Der Kontakt mit dem damals noch jungen Jazz prägte Walter Baumgartners musikalische Entwicklung. Er gründete in Zürich das Orchester „The Magnoliens“ und leitete dieses unter anderem im Varieté-Theater Corso. Während des Zweiten Weltkrieges unterrichtete er als Sekundarlehrer in Zürich, Meilen und Grüningen. 1944 schuf er seine erste Filmmusik für den Dokumentarfilm Heilende Schweiz. Nach dem Krieg folgten Schallplatten-Aufnahmen mit Lys Assia, Vico Torriani und den Geschwistern Schmid sowie das erste von ihm komponierte und begleitete Kabarett-Programm mit Margrit Rainer, Ruedi Walter, Helen Vita und Haro Lang. 1956 heiratete er Helen Vita. Es folgten die Filmmusiken zu Kurt Frühs Filmen Hinter den sieben Gleisen, Oberstadtgass, Bäckerei Zürrer und Polizist Wäckerli. Ausserdem arbeitete er eng mit Helen Vita, Erich Kästner und Werner Wollenberger im politischen Kabarett Die kleine Freiheit in München zusammen. 1956 und 1960 wurden die beiden Söhne Dominik und Patrick geboren. In den sechziger und siebziger Jahren komponierte er die Musik zu unzähligen Spiel- und Dokumentarfilmen, die vor allem von der Condor-Film produziert wurden. Erst im hohen Alter zog er sich aus dem Berufsleben zurück, war aber danach bei der SUISA noch als sehr aktives Vorstandsmitglied tätig.

Walter Baumgartner ist am 3.10.1997 gestorben.