Kammersprechchor Zürich


Notenbibliothek, Archiv

Signatur: Mus VA 4

Musikdrucke, Druckschriften, Jahresberichte, Protokolle, Rechnungen, Briefe, Bildmaterial, Tonträger, Varia. – 6.0 m.
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Der Kammersprechchor Zürich wurde 1951 von der Schauspielerin Ellen Widmann gegründet. Ihre ursprüngliche Absicht bestand in der chorischen Wiedergabe von dramatischen Texten. Gleichzeitig ergab sich die Zusammenarbeit mit Wladimir Vogel, für dessen Dramma-Oratorio Thyl Claes ein Sprechchor benötigt wurde. Die deutsche Erstaufführung des Werkes durch den Landessender Beromünster unter Robert F. Denzler bildete den Beginn einer Konzerttätigkeit, die den Chor in den folgenden gut zwanzig Jahren in alle Musikzentren Europas führen sollte, von Rom bis Stockholm und von London bis Wien. Der Chor trat unter so namhaften Dirigenten auf wie Hans Schmidt-Isserstedt, Hans Rosbaud, Mauricio Kagel, Paul Sacher, Rafael Kubelik und Michael Gielen; zahlreiche Uraufführungen erfolgten unter Mitwirkung des Kammersprechchors Zürich, so etwa Wladimir Vogels Arpiade 1955 beim SWR Baden-Baden unter Rosbaud oder Vogels Jona und Boris Blachers Seeräuber 1959 beim NDR Hamburg unter Schimdt-Isserstedt. Das musikalische Repertoire reichte von Arnold Schönberg bis Luciano Berio und Mauricio Kagel, ein Zentrum bildete immer wieder Wladimir Vogel. Daneben trat der Chor aber auch auf der Sprechbühne in Erscheinung, etwa in Leopold Lindbergs Faust-Inszenierungen 1958 und 1959 am Schauspielhaus Zürich auf.
Bereits nach Ellen Widmanns Weggang 1973 begann sich der Wirkungskreis des Chors immer mehr einzuschränken, was nach der endgültigen Trennung von Fred Barth 1985 zu einer künstlerischen Neuorientierung führte. Aufgrund des unaufhaltbaren Mitgliederschwunds löste sich der Kammersprechchor Zürich 2010 schliesslich auf.