Kirchgemeinde zu Predigern


Notenbibliothek

Die Predigerkirche, 28. Oktober 1900

Signatur: Mus PRE

Musikmanuskripte, Musikdrucke. - 2.2 m.
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Die Musikaliensammlung setzt sich zusammen aus den Orgelnoten der beiden ersten Organisten der Predigerkirche Zürich: Gabriel Weber und Hans E. Th. Meyer. Meyer hat die Sammlung seines Vorgängers weiterbenutzt und erweitert. Von seiner Hand stammen auch die zahlreichen Eintragungen zur Registrierung.

Gabriel Weber wurde am 13. Mai 1852 in Netstal (GL) geboren. Nachdem er am Seminar Mariaberg bei Rorschach das Lehrerpatent erhalten hatte, wurde er 1873 Musiklehrer in Schiers, dann Organist und Dirigent in Thalwil. Eineinhalb Jahre studierte er am Konservatorium in Leipzig. Nach seiner Rückkehr übernahm er 1876/77 fünf Chöre, darunter am 4. September 1877 den Kirchengesangverein Predigern. Am 2. Mai 1879 erfolgte die Wahl als Organist an der Predigerkirche, am 16. November desselben Jahres wurde die von der Firma Goll (Luzern) neuerbaute Orgel geweiht. Während er dem Kirchengesangverein Predigern über 25 Jahre verbunden blieb, gab er die Leitung der anderen Chöre bald ab. An deren Stelle übernahm er den Männerchor Aussersihl (1881), den Liederkranz Neumünster (1884), den Limmattal-Gesangverein (1893-1917) und den Sängerverein am Zürichsee (1888-1918).
Neben seinen Ämtern als Organist und Chordirigent war Weber über vierzig Jahre Lehrer an der Musikschule Zürich (1877-1880) und an der Knabensekundarschule (ab 1877). Sein Pensum erreichte zeitweise 28 bis 30 Gesangstunden wöchentlich. Weiter wirkte er als Aktuar, dann als Präsident der Musikkommission des Eidgenössischen Sängervereins, als Redaktor des Schweizerischen Sängerblattes (1876-1878), als Kampfrichter an Sängerfesten, als Orgel- und Glockenexperte und als Präsident der kantonalen zürcherischen Festheftkommission. In dieser Funktion setzte er sich für billigen aber guten Gesangsstoff und gegen übertriebene "Kranzjägerei" ein.
Gustav Weber starb am 7. Februar 1918 in Zürich. Seine Notenbibliothek schenkte er der Gemeinde zu Predigern.

Hans Erhard Theophil Meyer wurde am 8. November 1889 geboren. Am 7. Oktober 1914 als Nachfolger von Gabriel Weber gewählt, trat er am 1. Januar 1915 sein Amt als Organist an der Predigerkirche an. Zudem war er als Klavierlehrer tätig. In seine Amtszeit fielen die Vergrösserung der Orgelempore (1923), der Umbau der Orgel (1927) und die Gründung des Orchestervereins Predigerkirche (1924). Nach seiner Verabschiedung am 27. September 1953 übernahm Erika Hauri - auch von ihr stammen einige Eintragungen in den Noten - das Organistenamt.

 

Quelle:

Pfister, Oskar, Ein Gang durch die Geschichte der Predigerkirche: zur Orgeleinweihung. 20. Februar 1927, Zürich 1927

H.H., "Gabriel Weber†", Schweizerische Musikzeitung und Sängerblatt, 58, 7 (23.2.1918), 1