Chambre XXIV des Männerchors Zürich


Notenbibliothek, Archiv

Signatur: Mus VA 3

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Druckschriften, Jahresberichte, Protokolle, Rechnungen, Briefe, Bildmaterial, Varia. - 2.8 m.
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Die Chambre XXIV wurde am 8. Oktober 1893 anlässlich einer Badenerfahrt des Männerchors Zürich gegründet. Die 19 Gründungsmitglieder gehörten einem Freundeskreis innerhalb des Männerchors an, der sich regelmässig zum Sonntagsjass und zum Singen traf. Ihren Namen verdankt die Sektion des Männerchors Zürich dem Zimmer 24 der Klingentalkaserne in Basel, in dem die zukünftigen Chambrianer anlässlich des 17. Eidgenössischen Sängerfests vom 6. bis 8. Juli 1893 untergebracht waren.

20 Jahre später lief der Chor Gefahr, wegen zu grosser Zurückhaltung bei der Aufnahme neuer Mitglieder zu überaltern. 1915 musste ein Auftritt im Rahmen eines Vereinsabends des Männerchors abgesagt werden, da lediglich sieben Mitglieder zur Probe erschienen. In der Folge wurde die Chambre XXIV 1916 reorganisiert und die enstandenen Lücken durch die Aufnahme von zwölf neuen Mitgliedern geschlossen.

Unter den Dirigenten Max Graf (1921-1954) und Willi Gohl (1954-1965) entwickelte sich die Chambre XXIV zu einem ca. 30köpfigen Elitechor, der sowohl eigene Konzerte gab wie auch zusammen mit dem Männerchor Zürich auftrat. Zu einem typischen Vereinsjahr zählten Liedervorträge an Hochzeitsfeiern, Taufen oder Todesfällen im Mitgliederkreis, Auftritte an gesellschaftlichen Anlässen des Männerchors und der Veteranen, Wohltätigkeitskonzerte, Kirchenkonzerte, die Mitwirkung an Orchesterkonzerten, die Teilnahme an Sängertreffen befreundeter Halbchöre und die Durchführung eines Familienausflugs. Schwerpunkt im Repertoire bildeten die Werke Franz Schuberts, Robert Schumanns und Othmar Schoecks. Immer wieder konnten auch namhafte Interpreten für die Konzerte gewonnen werden. So fand 1965 die Uraufführung von Werken von Paul Müller-Zürich und Ernst Hess unter Beteiligung der Komponisten am Flügel statt. Paul Müller-Zürich und Ernst Hess waren wie auch Othmar Schoeck Ehrenmitglieder der Chambre XXIV. Glanzlichter in der Geschichte des Chors bildeten Auftritte an der Verabschiedung General Guisans im Zürcher Rathaus (1945) oder anlässlich Churchills Besuch in Zürich 1946, wovon Einträge im "goldenen Buch" der Chambre XXIV zeugen. Im damaligen Zürcher Musikleben kam der Chambre XXIV eine nicht zu überhörende Bedeutung zu.

In der 1970er Jahren stellten erneut schrumpfende Mitgliederzahlen den Weiterbestand des Chors in Frage. 1973 führten Rücktritte von mehreren Aktiven und des Dirigenten zur Einstellung der Proben. 1979 wurde die Auflösung der Chambre XXIV beschlossen, am 28. November 1983 fand die Schlussitzung statt. Das Vermögen ging an den Hauptverein - den Männerchor Zürich - über, das Archiv und die Musikalien wurden der Zentralbibliothek Zürich übergeben.

 

Literatur:

Glogg, Ernst, 50 Jahre Chambre XXIV des Männerchors Zürich. 1893-1943, [Zürich 1943]
Glogg, Ernst, Chambre XXIV des Männerchors Zürich. Chronik 1943-1968, [Zürich 1968]