Corti, Walter Robert (1910–1990)


Philosoph

Signatur: Nachl. W.R. Corti

Briefe, Dokumente zur Zeitschrift DU, dem Kinderdorf Pestalozzi Trogen, weiteren Kinderdörfern, zur Tibethilfe, zur Gesellschaft zur Förderung der ethischen Forschung sowie zum Archiv für genetische Philosophie, zur Schelling-Tagung 1954. Materialsammlungen, Vorarbeiten und Manuskripte zu Vorträgen und Werken, Separata. Auch Materialien von und zu Hans Driesch, Bruno Goetz, Ernst Hoffmann, Fritz Kahn, Hans Kirchbaum, Ludwig Koehler, Walter Kühne, Dino Larese, Hugo Marcus, Theodor Nägeli, Hermann Raschke, Hans Reinhart, Elisabeth Rotten, Julius Schmidhauser, Hermann Schwarz, und Armin Sigrist. - 24 m.

Nachlassverzeichnisse (pdf):
Nachlass
Andere im Nachlass Walter Robert Corti
Armin Sigrist im Nachlass Walter Robert Corti
Bruno Goetz im Nachlass Walter Robert Corti


Wenn von den humanitären Leistungen der Schweiz die Rede ist, wird sehr oft auch das Kinderdorf Pestalozzi Trogen erwähnt, welches nach dem zweiten Weltkrieg für Kriegswaisen aus mehreren Ländern Europas geschaffen wurde. Den ersten Anstoss dazu hatte 1944 in einem „Du“-Aufruf Redaktor Walter Robert Corti gegeben. Corti, ein überaus talentierter und sowohl an naturwissenschaftlichen wie philosophischen Fragen interessierter Geist hatte Medizin studiert, wurde jedoch wegen einer Krankheit kurz vor dem Staatsexamen daran gehindert, sein Ziel zu erreichen. Ab 1942 war er journalistisch tätig, bis ihn Aufbau und Entwicklung des Kinderdorfes Pestalozzi mehr und mehr absorbierten. Auch nach der Grundsteinlegung in Trogen 1946 wirkte er massgeblich an der Weiterentwicklung dieses Werkes mit. Später widmete er sich mit ebenso grossem Elan der Verwirklichung einer weiteren Idee, der Gründung einer philosophischen Akademie. Aus dem 1951 begründeten „Archiv für genetische Philosophie“ mit Sitz zuerst in Zürich, dann in Winterthur entstand schliesslich die „Stiftung für ethische Forschung“. Diese mit einer umfangreichen und bedeutenden Bibiothek versehene Institution erhielt 1989 eine neue Heimstätte in der Arbeits- und Forschungsstelle für Ethik der Universität Zürich.

Den persönlichen Nachlass ihres Mannes W. R. Corti schenkte Frau Anuti Corti-Bonzo 1997 der Zentralbibliothek Zürich. Hier wurde in der Handschriftenabteilung der reichhaltige Bestand für die Benutzung erschlossen. Der umfangreiche Nachlass umfasst Tausende von Briefen, Werkmanuskripte und Unterlagen sowohl zum persönlichen Werdegang Cortis als auch zur Geschichte des Kinderdorfes Pestalozzi und der Akademie für ethische Forschung.

Die Zentralbibliothek Zürich schätzt sich glücklich, damit das Andenken an einen bedeutenden Schweizer pflegen helfen zu können.