Photochroms

Bestand

Circa 10'000 Photochroms.

Beschreibung

Der Photochromdruck ist ein Flachdruckverfahren zur Herstellung von hochwertigen Farbreproduktionen im rasterlosen Mehrfarbendruck. Die Technik wurde in den 1880er Jahren vom Zürcher Lithografen Hans Jakob Schmid (1856–1924) bei der Firma Orell Füssli marktreif entwickelt. Die Bezeichnung Photochrom kann auf die griechischen Begriffe «photós» (Licht) und «chróma» (Farbe) zurückgeführt werden und bedeutet Farblichtbild. Das Negativ einer Schwarz-Weiss-Fotografie wird auf einen mit einer Asphaltmischung überzogenen Lithostein belichtet. Für jede zu druckende Farbe wird ein eigener Lithostein benötigt. Die Technik wurde 1889 von Orell Füssli für die Massenproduktion eingeführt und erlebte in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg eine Blütezeit. Die Herstellung der Photochroms wurde mit dem Ausbruch des Kriegs 1914 eingestellt, der Photochromdruck wurde bis 1973 in anderen Bereichen von Orell Füssli weiterhin angewendet.

Literatur

L’impressione del colore. Montagne in fotocromia 1890–1910, Ausst.-Kat. Palazzo Roccabruna, Trient, a cura di Veronica Lisino, 30. März – 6. Mai 2012, Texte: Veronica Lisino und Bruno Weber, Torino : Museo Nazionale della Montagna «Duca degli Abruzzi», 2012 (Cahier museomontagna, 177); Adrian Scherrer, Photochrombuch Schweiz 1889–1911, Zürich 2009; Sabine Arqué, Nathalie Boulouch, John Vincent Jezierski und Bruno Weber, Photochromie. Voyage en couleur 1876–1914, Ausst.-Kat. Bibliothèque Forney, Paris, 27. Januar–16. April 2009, Paris 2009; Bruno Weber, «Vom Lichtbild mit Farben zum Photochromdruck», in: Librarium 2007, H. 1, S. 39–49; Peter Kunz, Der Photochromdruck vom Lithostein. Mit einem Gespräch über Photochrom und Glossar der Fachbegriffe hrsg. von Bruno Weber, Küsnacht/Zürich 2006; Max Mittler (Hrsg.), Deutschland um die Jahrhundertwende, Texte von Helga Königsdorf und Bruno Weber, Zürich 2000; Bruno Weber, «Photochrom – Traumbilder unserer Grossväter», in: Turicum 1979, Nr. 3, S. 33–41.

Digitalisierter Bestand

 

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