Bibliothek des Klosters Rheinau

Die Frühzeit der Buch- und Handschriftenkultur der nach traditioneller Auffassung 778 gestifteten Abtei Rheinau liegt völlig im Dunkeln. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts mag der Bestand der Stiftsbibliothek ungefähr 150 Bände betragen haben. Von den Bemühungen Abt Gerolds II. (1649–1735), durch Vermittlung der Mauriner von Paris für seine Bibliothek Werke der Hagiographie, Diplomatik, Liturgik, Homilethik, Theologie und Philosophie zu erwerben, zeugen vereinzelte Briefe aus den Jahren 1712 und 1713. Sonst aber sind, bis auf den 1735 von P. Peter Schädler (1705–1775) geschriebenen Katalog, Dokumente zum Zustand der Bibliothek kaum bekanntgeworden, und späterhin ist man auf Zeugnisse von Fremden angewiesen. 1862 wurde das Kloster aufgehoben. Im darauffolgenden Jahr überführten zehn vierspännige Wagen 12'000 Bände an Druckschriften, 215 Pergamenthandschriften und 230 neuzeitliche Papierhandschriften in die Kantonsbibliothek. Thematisch überwiegen Schriften zur Bibelwissenschaft, Patristik, katholischen Theologie, Liturgie und Kirchengeschichte.

Literatur:
Rainer Diederichs, Urs B. Leu (Hg.): Gelehrte Mönche im Kloster Rheinau: Inkunabeln, Drucke und Handschriften. Librarium 52 (2009), Heft Nr. 2/3.


Signaturen der ehemaligen Klosterbibliothek Rheinau (PDF)

 

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