Musil an Seelig

Robert Musil
Brief an Carl Seelig
Wien, 3. Januar 1936

Robert Musil
Brief an Carl Seelig
Wien, 3. Januar 1936

„Ich danke Ihnen vielmals für die warmen persönlichen Worte, die Sie mir schreiben, und für die inhaltsreichen kritischen, mit denen Sie mich auf meinem literarischen Weg unterstützen, der alles in allem trotz frühen Erfolgs kein lichter war und jetzt von den deutschen (und österreichischen) Nebeln erst recht beschattet wird. Es ist mir sehr leid, dass ich nicht Gelegenheit hatte, Sie in Zürich persönlich kennen zu lernen; aber Sie haben wohl recht, dass es auch nicht unter den geeigneten Umständen geschehen wäre. Es soll mir eine grosse Freude bereiten, wenn es sich ein andermal nachholen lässt, und einstweilen werde ich Ihre Grüsse Polgar bestellen, falls es mir gelingt, seiner habhaft zu werden, was nicht ganz sicher ist, wofür ich aber das möglichste tun will.“