Ernst Toller

ERNST TOLLER (Samotschin, Polen 1893 – 1939 New York)

ERNST TOLLER (Samotschin, Polen 1893 – 1939 New York)

Seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg machen den Dramatiker und Lyriker Ernst Toller, Sohn eines preussisch-jüdischen Kaufmanns, zum revolutionär gesinnten Pazifisten. 1919 zählt er zu den Gründern der Münchner Räterepublik. Nach deren Zerschlagung wird er zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Seine im Gefängnis entstandenen Dramen machen ihn zum bekanntesten Theaterautor der Weimarer Republik. In den Jahren 1932 bis 1934 besucht er wiederholt Zürich. R. J. Humm charakterisiert ihn als „leidenschaftlich, herrisch, eifersüchtig, bildschön dazu“. Im August 1933 wird Toller von den Nazis aus Deutschland ausgebürgert. Er übersiedelt nach London und von dort in die USA. Ein Teil seiner Bibliothek bleibt in Zürich und gelangt durch Vermittlung von Tollers Sekretärin Dora Fabian (1901–1935) in die Zentralbibliothek. Nach der Nachricht vom Sieg Francos im Spanischen Bürgerkrieg nimmt sich Toller, der vergeblich eine gigantische Hilfsaktion zugunsten der spanischen Bevölkerung gestartet hat, am 22. Mai 1939 in einem New Yorker Hotelzimmer das Leben.