Robert Musil

Robert Musil
Der Mann ohne Eigenschaften. Roman. [3. Band. Aus dem Nachlass hg. von Martha Musil] Lausanne, 1943

Robert Musil
Der Mann ohne Eigenschaften. Roman. [3. Band. Aus dem Nachlass hg. von Martha Musil] Lausanne, 1943

Robert Musil (Klagenfurt 1880 – 1942 Genf) und seine jüdische Frau Martha reisen nach dem Einmarsch Hitlers in Wien im August 1938 über Italien nach Zürich. Sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr, verbunden mit dem Verbot schriftstellerischer Tätigkeit, und wohnen in der Pension Fortuna an der Mühlebachstrasse. Seine Werke werden im Reich verboten, auch der 1936 erschienene erste Band seines Romans "Der Mann ohne Eigenschaften", an dem er in Zürich weiterarbeitet. In der Schweiz bemüht er sich vergeblich, einen Verleger dafür zu finden, und ist zunehmend auf die finanzielle Unterstützung von Freunden angewiesen. Neben Carl Seelig und Emil Oprecht ist es vor allem der linke Pfarrer Robert Lejeune, den Musil über seinen in Zürich wohnhaften Wiener Freund und Bildhauer Fritz Wotruba kennenlernt, der Musil Beistand leistet. Lejeune sorgt auch dafür, dass Musil 1939 aus der teuren Zürcher Pension nach Genf übersiedeln kann, und hält die Grabrede nach Musils Tod am 15. April 1942.

„Ich lebe seit einiger Zeit in der Schweiz und sollte aus den verschiedensten Gründen immer wieder meine arische Abstammung nachweisen. Zuletzt sogar weil ich mir ein Packet mit Büchern und Kleidern kommen lassen will.“

Robert Musil an seinen Vetter Hans Bergauer, 7. 2. 1939


„Leider haben wir plötzlich noch einmal nach Zürich fahren müssen, wieder wegen der behördlichen Einwilligung, weil heute die Freie Liebe zu einer Landschaft wider die behördliche Sitte ist.“

Robert Musil an Carl J. Burckhardt, 18. 1. 1940


“Die Schweizer haben keinen Respekt vor dem Fremden! … Darum auch ihr Misstraun gegen den Fremden, ausgenommen er imponiert durch Reichtum; jeder andere Fremde ist ein Zigeuner.“

„Ich mag aber auch das Stationäre, das Konservative nicht. Die Schweizer Bürgerlichkeit z.B. mit ihren Friedhöfen für bestimmte Steuerklassen, mit ihrem Hass gegen den Sozialismus, mit ihrem Städtebau für Autobesitzer.“

Aus den Tagebüchern von Robert Musil