Emigranten aus dem Dritten Reich

Werke und Briefe von Joseph Roth, Robert Musil, Max Herrmann-Neisse u.a.

Werke und Briefe von Joseph Roth, Robert Musil, Max Herrmann-Neisse u.a.

Die Schriftsteller, die nach der Machtergreifung der Nazis immer zahlreicher in die Schweiz emigrieren, finden häufig bei der Fremdenpolizei keine Gnade, werden mit Arbeitsverbot belegt oder zur Weiterreise gezwungen. Vielen von ihnen wird jedoch durch Privatpersonen materielle und moralische Unterstützung zuteil, in Zürich namentlich durch den heute vor allem noch als Vormund und Nachlassverwalter von Robert Walser bekannten Carl Seelig (1894–1962), aber auch durch den Schriftsteller Rudolf Jakob Humm (1895–1977), der in seinem Rabenhaus (dem ehemaligen Gasthof zum Raben) am Limmatquai Lesungen mit Emigranten veranstaltet, oder durch Jakob Job (1891–1973), den Direktor und Programmleiter der Radio-Genossenschaft in Zürich. Emil Oprecht (1895–1952) veröffentlicht in seinem Verlag zahlreiche Bücher von Exilautoren, und auch der politisch eher konservative Germanist und Schriftsteller Robert Faesi (1883–1972), in der Zwischenkriegszeit eine der einflussreichsten Personen des Schweizer Literaturlebens, setzt sich für bedrohte deutsche Exilautoren ein.