Vermächtnis eines Nobelpreisträgers

Materialien aus dem Nachlass von Canetti und Bücher aus seiner Privatbibliothek

Materialien aus dem Nachlass von Canetti und Bücher aus seiner Privatbibliothek

1916, während die Dadaisten Zürich unsicher machen und James Joyce hier am Ulysses schreibt, kommt der elfjährige Elias Canetti (Rustschuk, Bulgarien 1905 – 1994 Zürich) mit seiner Mutter nach Zürich, um dem Kriegstaumel in Wien zu entgehen. Ab dem Frühjahr 1917 besucht er die Kantonsschule an der Rämistrasse. 1920 verfasst er ein Drama in Blankversen, "Junius Brutus", das er seiner Mutter widmet. Diese beschliesst 1921, nach Deutschland überzusiedeln, da sie findet, ihr Sohn „verblöde“ in Zürich. „Die einzig vollkommen glücklichen Jahre, das Paradies in Zürich, waren zu Ende“, erinnert sich Canetti später in seiner Autobiographie "Die gerettete Zunge". Erst 1972 bezieht Canetti, seit 1938 in London lebend, wieder eine Zweitwohnung in Zürich-Hottingen. Nach 1988 verbringt der Nobelpreisträger hier zurückgezogen seinen Lebensabend. Seinen Nachlass und seine Privatbibliotheken von Zürich und London vermacht er der Zentralbibliothek.