Ricarda Huch an der Stadtbibliothek Zürich (1891-1894)

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„Es ist zu wünschen, dass ihre Phantasie nicht im Bücherstaub vertrockne“

Ricarda Huch trat ihre Stelle an der Stadtbibliothek Zürich am 1. November 1891 an.

Zu ihren Aufgaben gehörten die bisher dem Zweiten Bibliothekar zugteilte Korrespondenz und die Verarbeitung von neuen und alten Druckschriften. Weil die Bibliothekare ihren Spitzkurrent bemängelten, musste sie sich die Antiquakursive aneignen:

„Das Schlimmste an der Stadtbibliothek ist, dass immer mit verhaltenem Misstrauen auf meine Handschrift geschielt wird.“(Huch an Wilhelm von Wyss, 8.11.1891)

Der Lohn betrug 1'500 Franken jährlich bei einem Wochenpensum von 24 Stunden. Die Wohnungsmiete um 1900 betrug in Zürich 400 bis 500 Franken jährlich. Damit war Ricarda Huchs Existenz für’s erste gesichert. Von Anfang an beschäftigte sie aber auch die Frage, ob sie die Stelle auch als verheiratete Frau behalten dürfte:

„Wenn wir uns unter diesen Umständen heirathen, wird es sehr die Frage sein, ob die hochconservative Stadtbibl. mich behält, ausgenommen, ich habe mir bis dahin auf anderm Gebiete einen Namen gemacht. Gott, wann kommt der Ruhm endlich!“ (Huch, Du mein Dämon, meine Schlange …, S. 205)

Die Titelaufnahmen zu Broschüren der Sammlung Usteri waren zum Abdruck im Katalogsupplement bestimmt. Die meisten Katalogisate stammen von Ricarda Huch.(ZB: Arch St 741)

Kuratoren der Ausstellung:

Anita Gresele, lic. phil.
Leiterin Abteilung Turicensia

Robert Alliegro, lic. phil.
Stv. Leiter Abteilung Turicensia

Weitere Informationen

- Zitate aus Frühling in der Schweiz

Mehr von und über Ricarda Huch:

- Literatur

- Musikalien

- Briefe

- Dissertation von Ricarda Huch an der Universität Zürich