Wasser in Sicht!

An den Ufern

des Zürichsees leben seit dem Ende der letzten Eiszeit Menschen. Sie bauten erste Siedlungen - die Pfahlbauten - fischten, jagten, sammelten Pflanzen und tauschten Waren. Das Leben am Wasser spiegelt den ganzen Facettenreichtum dieser Kulturlandschaft. Darüber hinaus ist die Unterwasserwelt des Sees mit ihren Sedimentablagerungen und Überresten von versunkenen Pfahlbausiedlungen ein Landschafts- und Klimaarchiv.

Die Ausstellung

gliedert sich in mehrere Themenkomplexe, die einen kleinen Ausschnitt der faszinierenden Lebenswelten am Zürichsee zeigen. Die Multimedia Installation bietet ergänzende Informationen, unter anderem einen „Zürcher Pressespiegel“, legendäre Lieder wie „Ich han en Schatz am schöne Zürisee“ der Geschwister Schmid oder die Möglichkeit, heimische Seevögel mittels Webcam zu beobachten. Als rares Zeitdokument finden Sie hier auch die Vertonung eines Gedichts zum Schiffsunglück bei Stäfa, 1764.

Die durch das Wasser vielfältig geprägten Lebenswelten erfordern für das Verstehen ihrer Zusammenhänge eine interdisziplinäre Betrachtungsweise.

Gezeigt werden unterwasserarchäologische Arbeiten und spektakuläre Fundstücke sowie die menschlichen Eingriffe in die Uferlandschaft mit ihren Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen. Die chronologischen Bilddokumentationen der „Seegfrörni“ und der Unwetterkatastrophen verweisen auf die beiden Gesichter des Elementes Wasser. Als Naturphänomen manifestiert sich der See als lebensspendendes, den Menschen Glück bringendes Element, dessen Kehrseite die unheilbringende, alles zerstörende Kraft des Wassers bildet.

Eine Auswahl an Postkarten zeigt den See als attraktive Ferien- oder Ausflugs-Destination. Die ausgestellten Modellbauten stehen für Tourismus und Wirtschaft: der Raddampfer „Stadt Zürich“ ist das älteste noch im Dienst stehende Schiff und zugleich eines der letzten Zeugen des Dampfschiffbaus der 1805 gegründeten Escher Wyss & Cie. in Zürich. Das Grendeltor hatte sowohl Schutz- wie Wirtschaftsfunktion, bildete es doch gegen den Zürichsee hin den Abschluss der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung und diente als Durchgang für den Schiffsverkehr zwischen Limmat und Zürichsee.

Zu den Themen Wasservögel und Fische vermittelt die Ausstellung nur punktuelle Eindrücke, da diese Aspekte je für sich eine Ausstellung füllen könnten. Während die „Fischtafel“ den grossen und vielfältigen Fischbestand im Zürichsee und in der Limmat Mitte des 18. Jahrhundert dokumentiert, haben die handkolorierten „fliegenden“ Wasservögel einen allgemeinen und exemplarischen Charakter. Die Themen Lebenswelten, Fauna und Flora sind in der Multimedia Installation dokumentiert.

Die gewählten Facetten laden ein zum Verweilen, Staunen und Nachdenken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer der vielfältigsten und schönsten Landschaften und zugleich einer der dichtest besiedelten Regionen des Kantons Zürichs.


Mit Unterstützung von
Spezialsammlungen ZB: Graphische Sammlung und Fotoarchiv, Handschriftenabteilung, Abteilung Karten und Panoramen, Musikabteilung

Kantonsarchäologie, Unterwasserarchäologie der Stadt Zürich, Zürichsee Landschaftsschutz, SCG UNESCO Palafittes

Konzept: Roberto Alliegro, Anita Gresele