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37/2018

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts hatten in der Schweiz alle Kantone eigene Privatrechtskodifikationen. Eugen Hubers grosses Verdienst war es, einen Ausgleich zwischen den kantonalen Gesetzen zu finden, um so das schweizerische Privatrecht in einem nationalen Zivilgesetzbuch zu vereinheitlichen. Nachdem sein Entwurf von der Bundesversammlung 1907 einstimmig angenommen wurde, trat das Schweizerische Zivilgesetzbuch (ZGB) 1912 in Kraft. Seither wurde es mehrfach revidiert und ist im digitalen Zeitalter auch online zugänglich.

Das Schweizerische ZGB fand auch im Ausland Beachtung. So wurde es 1926 weitgehend ins "Türkische Zivilgesetzbuch" übernommen. Liechtenstein rezipierte 1923 die Bestimmungen des Sachenrechts.

Neben vielen anderen Tätigkeiten war Huber auch Mitglied der Rechtsquellenkommission. Die "Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen" beinhaltet Rechtsdokumente, die auf dem Gebiet der heutigen Schweiz bis 1798 entstanden sind. Sie ist fortlaufend und wird gegenwärtig bearbeitet.

Seine Schriften sowie Literatur über ihn werden innerhalb der "Schriftenreihe zu Eugen Huber" laufend publiziert. Dies zeigt, welch grosse Bedeutung Huber bis heute für die Rechtswissenschaft hat.