Aus dem Bestand

28/2018

Nach 1945 schlossen sich in Zürich ehemalige serbische Kriegsgefangene zusammen, um das geistige Erbe ihrer Heimat zu pflegen und weiterzugeben. Serbische Literatur war damals in schweizerischen Bibliotheken kaum zu finden. So wurde eine Bücherei gegründet – das erste Statut von 1952 kennzeichnete zugleich das offizielle Gründungsjahr der serbischen Bibliothek, die vorerst nach dem Nationalhelden "Miloš Obilić" benannt wurde.

Den Grundstock bildete die Privatbibliothek von Katarina A. Jovanović (1869-1954). Die Volkskundlerin und Übersetzerin, die bereits zu Lebzeiten viel für die serbische Gemeinschaft in Zürich getan hatte, hinterliess der Bücherei ihre Sammlung. Dank dieser Schenkung wuchs der Bestand auf über 1000 Titel an. Ihr zu Ehren wurde die Bücherei fortan Serbische Bibliothek "Katarina Jovanović" genannt und unter der Nummer 165 im Verzeichnis "Bibliotheken in Zürich" (1977, hrsg. von der Zentralbibliothek Zürich) nachgewiesen. Nach 1988 pflegte und erweiterte die Serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde Hl. Dreifaltigkeit die Bibliothek, bis sie 2007 als Schenkung an die Zentralbibliothek Zürich überging und seither als gesonderter Bestand aufbewahrt wird.

Die Serbische Bibliothek "Katarina Jovanović" ist als gesonderter Bestand unter der Signatur SBC nachgewiesen. Derzeit (Stand: Juni 2018) ist mehr als die Hälfte der Titel katalogisiert und über das Rechercheportal abfrag- und ausleihbar. Für Auskünfte steht Ihnen gerne die zuständige Fachereferentin für Slavische und Baltische Philologie Marija Simasek zur Verfügung.