Hegar, Friedrich (1841–1927)


Dirigent, Komponist

Porträt von Friedrich Hegar

Signatur: AMG B : 1–34; AMG Q : 120, 726–763, 765, 771–809; AMG I : 319–326, 332, 1071–1875

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Friedrich Hegar wurde am 11. Oktober 1841 in Basel geboren. Hier erhielt er auch Violinunterricht von Friedrich Höfl sowie Theorie- und Kompositionsunterricht von Rudolf Löw. Von 1857 bis 1860 studierte er am Konservatorium in Leipzig bei Moritz Hauptmann, Julius Rietz und Ferdinand David und spielte regelmässig im Gewandhausorchester. 1860 ging er als Konzertmeister nach Warschau. 1861 holte ihn Julius Stockhausen als seinen stellvertretenden Kapellmeister nach Gebweiler (Elsass). In dieser Zeit bildete er sich auch zum Kapellmeister aus.

1863 wurde Hegar auf Veranlassung von Theodor Kirchner als Konzertmeister des Orchestervereins (1868 vom Tonhalleverein übernommen) nach Zürich berufen. Im selben Jahr wurde er auch Chordirektor am Aktientheater und 1864 Theaterkapellmeister. 1865 erfolgte die Wahl zum Dirigenten der Abonnementskonzerte der Allgemeinen Musik-Gesellschaft Zürich. Im ersten Konzert, das Hegar dirigierte (21.11.1865), leitete Brahms, für den Hegar sich immer stark einsetzte, die Zürcher Erstaufführung seiner D-Dur-Serenade. Zudem war Hegar Dirigent des Gemischten Chors, des Stadtsängervereins (Männerchor Zürich), des Männerchors Harmonie und des Lehrergesangvereins. Hegar gilt als Reformator des Männergesangs und als Begründer der Männerchorballade. An Kammermusikveranstaltungen spielte er die erste Violine oder auch Viola.

1875 lehnte Hegar die Berufung nach Basel als Nachfolger von Ernst Reiter ab. Als Gegenleistung forderte er die Gründung einer Musikschule (1876 gegründet, seit 1907 Konservatorium), deren Direktor er bis 1914 war. 1873 erhielt Hegar das Zürcher Bürgerrecht und 1885 die Ehrendoktorwürde der Universität Zürich. 1917 wurde der Komponist durch die Wahl zum Mitglied der Berliner Akademie der Künste geehrt. Am 2. Juni 1927 ist Hegar in Zürich gestorben.

Friedrich Hegar als Dirigent der Tonhalle (1863-1906) und Lothar Kempter als Kapellmeister der Oper (1875–1915) prägten das Zürcher Musikleben während eines halben Jahrhunderts. Sie setzten die von Wagner in den 1850er Jahren geforderten Neuerungen um und führten ihr Orchester auf ein in Zürich seit Wagners Zeiten nicht mehr gehörtes Niveau und zu internationalem Ansehen.

 

Literatur:

Fehr, Max, Friedrich Hegar als Zürcher Theaterkapellmeister, Zürich 1934 (122. Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich)

Refardt, Edgar, Historisch-biographisches Musikerlexikon der Schweiz, Zürich 1928

Steiner, Adolf, Friedrich Hegar, Zürich 1928 (116. Neujahrsblatt der Allgemeinen Musikgesellschaft Zürich)

 

Siehe auch Universitätsbibliothek Basel