Englert, Giuseppe Giorgio (1927–2007)


Komponist

Porträt von Giuseppe Giorgio Englert

Signatur: Mus NL 74

Musikmanuskripte, Musikdrucke, Textmanuskripte, Druckschriften, Briefe, Tonträger, Bildmaterial, Varia. - 1.8 m.
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Giuseppe Giorgio Englert wurde am 22. Juli 1927 in Fiesole (I) geboren. 1938 zog seine Familie in die Schweiz, wo er von 1939 bis 1945 zuerst in Ascona und dann in Einsiedeln das Gymnasium besuchte. 1945 bis 1948 studierte er am Konservatorium Zürich Orgel (Heinrich Funk) und Komposition (Willy Burkhard); anschliessend übersiedelte er nach Paris, wo er bei André Marchal weitere Orgelstudien betrieb.
Ab 1955 besuchte Englert die Ferienkurse für neue Musik in Darmstadt, wo Begegnungen mit René Leibowitz, John Cage, Stefan Wolpe, Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel, György Ligeti und Heinz-Klaus Metzger stattfanden.

Seit den 1960er Jahren verwendete Englert Elektroakustik und Tonband für seine Kompositionen, seit 1975 Computer und Synthesizer. Seine Auffassung von Komposition formulierte er folgendermassen: "Etudier et mettre en marche les énergies qui se présentent; suggérer plutôt que d'expliquer; ignorer les notions 'méthode' et 'style'".

1970 erfolgte ein Berufung an die Université de Paris VIII (Vincennes), wo Englert bis 1992 Improvisation, Analyse, Komposition und Interpretation, Elektroakustik und musikalische Informatik lehrte. Ab 1974 war er Mitglied der "Groupe Art et Informatique de Vincennes (GAIV)" der Université de Paris VIII.

Zahlreiche Konzert- und Studienreisen führten Englert seit 1975 durch Europa, nach Israel und in die USA, wobei Konzerte und Studien mit Live-Elektronik im Vordergrund standen.

Giuseppe Giorgio Englert starb am 29. März 2007 in Paris.

 

Quelle:

SUISA (Hrsg.), Schweizer Komponisten unserer Zeit. Biographien, Werkverzeichnisse mit Discographie und Bibliographie, 3. Aufl, Winterthur 1993