Aeschbacher, Niklaus (1917–1995)


Komponist, Dirigent

Signatur: Mus NL 65

Musikmanuskripte. - 0.4 m
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siehe auch Handschriftenabteilung


Niklaus Aeschbacher wurde am 30. April 1917 in Trogen als Sohn des Komponisten und Chorleiters Carl Aeschbacher geboren. Nach der Matura (Zürich 1936) bildete er sich musikalisch am Konservatorium Zürich sowie an der Hochschule für Musik in Berlin aus. 1938 und 1939 war er Hospitant bei den Festspielen in Bayreuth.

Seine ersten Engagements absolvierte er als Solorepetitor am Theater in Zittau (Sachsen) und am Staatstheater Braunschweig. 1942 wurde er als Kapellmeister ans Berner Stadttheater berufen und dort 1949 zum musikalischen Oberleiter ernannt. Von 1954 bis 1956 amtete er als Chefdirigent des N. H. K. Symphony Orchestra in Tokio und kehrte danach wieder nach Bern zurück. 1959 wurde er zum Leiter der Kieler Bühnen und Sinfoniekonzerte, 1964 zum Generalmusikdirektor des Detmolder Landestheaters ernannt. Von 1972 bis 1982 lehrte er an der dortigen Musikakademie.

Öfters als Gastdirigent für Oper, Konzert und Radio berufen, hat Aeschbacher wiederholt Werke namentlich von Schweizer Komponisten uraufgeführt, so das Ballett Promenade von Huldreich Georg Früh (Bern 1943), die Oper Der spanische Rosenstock von Armin Schibler (Bern 1950) und die Fernsehoper Seraphine von Heinrich Sutermeister (1959), ferner die Kantate Max und Moritz von Sutermeister und Klavierkonzerte von H. Studer und Armin Schibler.

Niklaus Aeschbachers - eher schmales - kompositorisches Werk ist grösstenteils zwischen 1930 und 1950 entstanden und umfasst zur Hauptsache dramatische Musik: Die roten Schuhe, Radio-Oper (Radio Zürich, Chalandamarz Tanzspiel nach Bündner Märchenmotiven 1940), Regula Engel Hörspielmusik zum gleichnamigen Hörspiel von A. Rösler (Radio Zürich). Daneben hat aber auch Orchester- und Kammermusik geschrieben.

Niklaus Aeschbacher ist am 30. November 1995 in Bern gestorben.

 

Literatur:

Schuh, Willi (Hrsg.): Schweizer Musiker-Lexikon 1964. Zürich 1964