Ein «Vorgefühl tödtlicher Langerweile»

Die Anfänge der Bach-Rezeption in Zürich

Ausstellung der Zentralbibliothek Zürich im Opernhaus Zürich, 2005/2006

Die Ausstellung beleuchtet die Anfänge der Zürcher Bach-Rezeption im 19. Jahrhundert. In der Wirkungsgeschichte Johann Sebastian Bachs nimmt Zürich dank des Verlegers und Publizisten Hans Georg Nägeli eine nicht unbedeutende Stellung ein. Nägeli gehörte zusammen mit Hoffmeister & Kühnel, Simrock und Breitkopf zu jenen Verlegern, die sich ab 1800 der Herausgabe Bachscher Werke angenommen haben. Zu seiner hierfür angelegten bedeutenden Sammlung Bachscher Manuskripte gehörte unter anderem das Autograph der h-Moll-Messe, die er 1832 als Erstdruck herausgegeben hat. Im Zürcher Konzertleben blieb die Musik des Thomaskantors hingegen lange unbeachtet. Erst in den 1860er Jahren wurden in den Abonnementskonzerten der Allgemeinen Musik-Gesellschaft hin und wieder Bachsche Werke gespielt. Die gleichzeitige Professionalisierung des öffentlichen Musiklebens mit der Gründung des Orchestervereins, der Tonhalle-Gesellschaft und des Gemischten Chors ermöglichte in der neuen Tonhalle ab 1867 die Aufführung der grossen Vokalwerke Bachs. So war 1872 erstmals in Zürich die Matthäuspassion zu hören, und 1878 wurde die Schweizer Erstaufführung der h-Moll-Messe gefeiert. Mit der Händel-Bach-Feier im Jahr 1885 etablierte sich Bachs Musik endgültig im Zürcher Konzertrepertoire.

 

 

 Ausstellungskonzept: Urs Fischer